männliche Befindlichkeit

Es war amoi a scheener Ma,
so fromm, wie ma nur fromm sa ka.
er wohnt aloa am Berg do obn,
do kann er vai betn, weil er is so fromm.
Des Mannes Körperlichkeit is eam a graus,
drum schwitzt er sich seine Triebe raus,
geht wandern, hackt Holz den ganzen Dog,
weil er des treibn im Getriebe ned so mog.
Oam hans –denkt er- seine Weggefährten,
-er, duat sich lieber am Berg abhärten-
er will stets auf Gottes Pfaden trampeln,
und nicht durch Triebe getrieben durchs Leben hampeln.
Und einmal wars´s eam saubats woam,
er schwitzt an Händ und Fiaß und Arm,.
Er steigt obi ins Tal zum kühlen Fluss,
weil  a Frommer auch amoi baden muss.
Er suacht se a scheens Platzal aus,
und ziagt se pudelnockad aus,
mei duat des koide Wossa guat,
aufm Kopf hod  er no af sein Huat,
Af oami raschelts ganz stoak- do hintam Buschn,
duad a Deandl -virahuschn,
geht zu eam ans Wossa her,
und is beim aschau, na vai nockada wia er.

Iats verlosst den fromma Ma da Muat,
vor Angst greift er na schnai zum Huat,
und hoit se zua was wochst –und wia.
Ganz groß do -oberhalb seim Knia.
Ded Deandl schaud is Hiadal an.
Dem Ma dem wird ganz Angst und bang.
de Hände hoit er sich iats vors Gesicht-
des Hiadal bleibt und foin duat’s -nicht!!!
Und die Moral von dera G’schicht-
Gefeit ist auch ein Frommer nicht.
Ein Frommer der vor Hitze schwitzt
Im gleichen Boot wie jeder sitzt.
Und schwitzt er sich die Hitz ned raus,
is mit der Herrlichkeit gleich aus.
Denn auch ein Frommer Ma beizeit,
wird übermannt von körperlicher Befindlichkeit. 

© Tanja Friedl


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